Ich muss sagen, unser College ist die schönste Einrichtung, die ich bisher gesehen habe. Unten gibt es eine riesige Lobby mit vielen Ecken, wo iman auf Sofas und Sesseln die Zeit verstreichen lassen kann und die Bäder dort sind fast wie in einem Nobelrestaurant. Ein riesiger Raum mit riesigen Waschbecken, Spiegeln, ... alles riesig.
Wir mussten in den zweiten Stock zu unserem Raum, wo uns auch schon eine fröhliche Afroamerikanerin begrüßte. Sie fragte, wer wir seien und mir fiel nur ein: "We are the Germans." - "Aahh oh yes, the Germans, of course" und sie lachte und wedelte mit den Händen und klaubte in ihren Unterlagen umher, um hinter unseren Namen, die wir ihr verraten mussten, ein Häkchen zu setzen.
Sie ist eine nette, relativ junge Lehrerin, die allem Anschein nach in New York aufgewachsen ist - zumindest erzählte sie heute ganz viel von ihrer Kindheit dort - und hier nun glücklich zwischen Schülern und Studenten aus den verschiedensten Ländern Englisch unterrichtet. Ihre erste Regel ist: "Wenn Du in Deiner Muttersprache sprichst, werde ich Dich zu Kleinholz verarbeiten." [If you speak your mother tongue, I will pulverise you.]
Das Thema heute war Essen und wir haben über die verschiedensten Gerichte aus unseren Ländern gesprochen, was wo typisch ist und was uns schmecken könnte, was es in einem anderen Land gibt,... Das war neben dem ergiebigen Hügel an neuen Vokabeln ziemlich interessant - und ich werde bald mal Sellerie mit Erdnussbutter als Dip probieren. Das hat uns unsere Lehrerin ans Herz gelegt.
So sieht übrigens das College aus:
Gleich neben dem College ist ein relativ großer Markt und eine lange Einkaufsstraße. Ich habe auch schon ein Stück Heimat gefunden:
Allerdings wurde mir gesteckt, dass die nicht so toll schmecken sollen. Mal sehen, vielleicht komme ich ja in einer Mittagspause dazu, sie selbst zu "testen". Wie das wohl ankommt, wenn ich plötzlich auf deutsch bestelle?
Nach dem College war ich heute mit drei anderen unterwegs, damit wir uns die Tower Bridge ansehen konnten (dessen Station übrigens nur 3 U-Bahnstationen von Bethnal Green entfernt ist!). Also haben wir uns aufgemacht. Hier ein Bild mit Melitta und Stephan und mir in der Mitte - "fotogen" wie eh und je...nicht.
Bepackt mit der Kameratasche und der Kamera in der Hand sehe ich natürlich aus wie ein Tourist. Und natürlich habe ich mich auch mit zwischen die Leute gestellt, die jeden Winkel der Brücke knipsen mussten.
Es war der Wahnsinn, über diese Brücke zu laufen! Ich war absolut beeindruckt, wie groß sie doch ist...habe sie mir viel kleiner vorgestellt. Das war das Gelaufe auf jeden Fall wert!
Wir sind dann in Richtung Tower Bridge Station gelaufen. Auf dem Weg gab es eine Stelle, wo noch ein paar alte Häuser stehen und drumherum schon Bürogebäude gebaut wurden. Hier habe ich sogar noch ein Taxi und einen roten Bus einfangen können! Ein richtig doll englisches Foto.
Ich habe doch im ersten Post von den langen Gängen und Rolltreppen erzählt.. ich weiß nicht, ob es nur mir so lang vorkommt, oder ob diese Wege wirklich unnormal lang sind...?
Nun ist es fast dreiviertel 11 und ich muss noch etwas für den Unterricht morgen schreiben.
Deshalb sage ich Tschüss und Gute Nacht und drücke Euch alle aus der Ferne.

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