Samstag, 20. Juli 2013

Nach Regen kommt Sonne.

Guten Morgen!

Es hat sich in den letzten Tagen viel positives für mich aufgetan: Ich habe eine Praktikumsstelle bei einer Rechtsanwaltskanzlei in der City of Westminster bekommen. "Harding Mitchell Solicitors heißt sie und die nächsten 10 Wochen werde ich dort versuchen, die Chefsekretärin, Dyonne, zu unterstützen, so gut ich kann. Das Büro ist in einer guten Gegend gelegen und unten sitzt sogar ein Portier (hoffentlich muss ich mich jetzt nicht jeden Tag dort an- und abmelden, sondern bekomme einen Pass). Die Station Marble Arch, an der ich dort aussteige, liegt glücklicherweise auf der Central Line, die auch in Bethnal Green, an meiner Station, hält. Kein Umsteigen mehr! (Die Underground-Bahnhöfe sind einfach viel zu groß...)
Montagmorgen um 9 geht's los.
Chris, mein Vermittler bei TWIN, hat sogar noch ein Jobangebot für mich gefunden, das ich direkt angenommen habe: eine Übersetzungsarbeit. Ein fünfzehnseitiger Artikel über Modellflugzeuge soll ins Deutsche übersetzt werden. Der Autor des Artikels war hocherfreut, als ich mich an ihn gewendet und ihm gesagt habe, dass ich den Job gerne machen würde. Meine erste Übersetzungsarbeit mit Vergütung, ich bin sehr glücklich darüber. Und das Gute ist, dass der Autor (er heißt Nick und wohnt in Surrey) auch meinte, dass ich sogar mehr als diesen einen Artikel übersetzen kann, wenn ich möchte und wenn es geht, diese Arbeit auch fortsetzen könnte, wenn ich zurück in Deutschland bin. 
Für diesen Artikel habe ich zwei Wochen angesetzt, weil die Vokabeln nicht einfach sind und ich sicherstellen will, dass wirklich alles korrekt übersetzt ist. Nun muss ich noch die Antwort vom deutschen Chefredakteur des Magazins abwarten. Nick schrieb mir, ich solle mich noch zusätzlich an ihn wenden, um mit ihm die Einzelheiten zur Vergütung und alles andere wichtige zu besprechen.

Ich bin sehr, sehr froh über die Entwicklung der letzten Tage und denke, dass ich am Ende doch zufrieden aus diesem ganzen Auslandsprojekt gehen werde.

Danila, meine italienische Mitbewohnerin, hat mir gestern ein Mandelcremecroissant von der Arbeit mitgebracht, das werde ich jetzt frühstücken.

Alles Liebe + sonnige Grüße!

Montag, 15. Juli 2013

Herbe Enttäuschung

Pünktlich um fünf vor 3 stand ich heute bei Pearl Linguistics am Tresen der Rezeption und bat (mit etwas sprachfehlerbedingten Schwierigkeiten) um ein Gespräch mit dem Chef. Nach fünf Minuten warten und bangen (lange war ich nicht so nervös) wurde ich in den Konferenzraum gebeten. Der Chef heißt Tarun, ist Inder, aber scheint aus England zu stammen, weil sein Britisch perfekt und akzentfrei klang. Ich erzählte, etwas holprig, ein paar Sachen über mich, was er aber allem Anschein nach nicht weiter schlimm fand. Ich habe ihm dann auch direkt von meinem Sprachproblem berichtet und das hat er vollkommen locker aufgenommen. Dann erzählte er über das Übersetzungsunternehmen, alles lief absolut angenehm und freundlich.  (Mittlerweile habe ich mich auch daran gewöhnt, dass die Engländer mich ILAISAE - /ɪˈlʌɪzə/ - nennen.)
Ich habe ihn gefragt, ob ich auch Telefondienst machen muss, aber das machen Praktikanten in seinem Unternehmen anscheinend grundsätzlich nicht und außerdem will er mir keine Arbeit auferlegen, mit der ich mich nicht wohlfühle. Super! So einen Chef wünscht man sich.
Aber dann erzählte er mir, dass er momentan so viele Praktikanten im Büro hat, dass er nicht mal einen Computer für mich frei hätte und dass ich frühestens am 1. September bei ihm anfangen und dann für 10 Wochen (oder mehr) dort arbeiten könnte. Eine Verlängerung kommt für mich allerdings nicht infrage.
Ich hatte gehofft, dass es nach der Wohnheim-Enttäuschung ein wenig besser laufen würde...
Nun hab ich morgen nachmittag ein Termin bei meinem Twin-Sachbearbeiter und warte und bange und hoffe, dass sich etwas Neues für mich auftut. 
Enttäuschend ist das schon. Die ganze Planung von Twin läuft schief, es klappt einfach mal so gar nichts. Ich frage mich, warum sie mich überhaupt erst zu einem Gespräch schicken, wenn es dort schon seit Wochen überfüllt ist... Komischerweise bin ich nicht die erste, die Probleme mit dem Praktikumsplatz hat. Andere haben noch immer keinen bekommen und dümpeln vor sich hin, andere haben das Vorstellungsgespräch gut gemeistert, wurden aber dennoch abgelehnt. (Denn beim Seminar haben die deutschen Veranstalter uns gesagt, dass die geplanten Unternehmen, bei denen wir unsere Praktika machen, schon zugesagt haben und dass die Gespräche mehr "Kennenlerngespräche" darstellen. Denkste.)
Für mich steht fest: ein zweites Mal verreise ich mit dieser Organisation nicht.
Als ich das Gebäude wieder verließ, in Richtung Ubahnstation lief und kurz Halt machte, um mich bei Mara und Janina zu melden, stoppte ein Schwarzer in Anzug neben mir und fragte, ob alles okay sei. Ich wollte ihm jetzt nicht die ganze Geschichte von meinem Praktikumsplatz erzählen und habe ihm gesagt, dass alles alles in Ordnung ist, woraufhin er sich nett verabschiedete und weiterging.
Ich mochte das Viertel, wo meine Arbeit gewesen wäre.

Sonntag, 14. Juli 2013

Das halbe Touriprogramm.

Gestern war ich mit Zeynep, einer Freundin aus der Fachschule, im Zentrum unterwegs. Sie wollte mit mir das Touri-Programm durchziehen, auch wenn der Wetterdienst mind. 30 Grad, starke Hitzewelle und Warnstufe 3 verkündet hat.
Unsere Route war:
Tower Hill - Tower Bridge - an der Themse entlang bis zur City Hall, London Bridge City Pier bis zur Underground Station London Bridge - Fahrt zur Station Westminster - Big Ben - Parliament of the UK - (McDonalds) - Buckingham Palace - Green Park.
Es ist zwar nicht das ganze Programm, aber mit diesen Temperaturen war einfach nicht mehr zu schaffen. Und hier kommen auch schon die Bilder:

(Tätätä!)
 London Bridge


Themse-Ufer




 gegenüberliegendes Themse-Ufer





London-Bridge


Big Ben


Parliament of the UK



Westminster Abbey


Buckingham Palace




Green Park 




Charing Cross Station / Trafalgar Square





Morgen bricht die letzte College-Woche an. Zum Abschied einiger anderer haben wir am Freitag spontan ein Gruppenbild gemacht. In der Mitte ist meine Lehrerin Nyanda. Sie kommt aus Jamaika, ist klein und laut, aber herzallerliebst und eine tolle Lehrerin.



In unserem Kurs kommen viele aus Italien, Spanien und Deutschland. Aber auch aus Russland, Usbekistan, Griechenland, Brasilien, der Türkei, der Slowakei und Neuguinea.
Eine buntgemischte Truppe! Aber da alle auf dem relativ gleichen Sprachniveau sind, können wir uns gut verständigen, austauschen, diskutieren, ... Einziges Manko ist: Wir sind zu viele. Hier auf dem Foto fehlen einige, aber wir waren über eine kleine Weile 22 Leute und da fällt das Lernen etwas schwer.
Morgen ist mein Vorstellungsgespräch. Wünscht mir Glück!


Alles Gute, ich vermisse Euch sehr...!

Dienstag, 9. Juli 2013

Tag 11!

Die erste Woche ist vorüber, es ist zu warm, um sich draußen aufzuhalten und das Internet ist gerade gut - eine gute Gelegenheit, um einen Beitrag zu schreiben.

In den letzten paar Tagen ist eigentlich nicht viel losgewesen, aber gerade genug, um etwas davon erzählen zu wollen.
Am letzten Freitag habe ich Familie Steffen getroffen. Das war wunderbar, wir haben uns austauschen können, waren im Hyde Park spazieren und sind in einem Pub essen gegangen! Von dort aus liefen wir die lange, mit Großbritannien-Flaggen gesäumte Straße in Richtung Buckingham Palace. Die Queen und ihre Familie lebt ganz schön! Der Palast ist wunderschön und sehr viel größer als ich ihn mir vorgestellt hatte. 
Bilder folgen, wenn ich wieder dort bin - was recht bald sein wird!
Theresa und ich haben uns dann abends noch in den Green Park - den Park, der vor/neben dem Buckingham Palace liegt - gesetzt und sind später noch weiter ins Szeneviertel in Richtung Charing Cross zum Trafalgar Square, wo viele Theater stehen und sich Pubs, Clubs und Bars aneinanderreihen. 
In London ist ein verbreitetes Phänomen, das habe ich an dem Tag wieder erlebt, dass die Leute einen Drink bestellen und sich dann nach draußen stellen. So kommt es vor, dass die Kneipe an sich fast leer ist und sich eine riesige Menschentraube vor der Tür tummelt. Und das machen nicht nur Raucher so, sondern auch die, die nicht rauchen. Der Sinn muss sich mir noch erschließen... Ich dachte erst, es wäre drinnen zu laut oder zu warm, was zwar auf einige, aber längst nicht auf alle zutrifft.

Mir fällt gerade auf, dass ich euch noch gar nicht mein Zimmer gezeigt habe. Hier ist es:



Solange ich hier drin alleine bleibe, gehts auch. In der Nacht von Samstag zu Sonntag habe ich eine neue Nebenan-Mitbewohnerin bekommen. Sie kommt aus Russland, etwa in meinem Alter, freundlich und putzt gern. Bevor ich sie fragen konnte, ob wir am Sonntag eine Putz-Action starten wollen, hatte sie noch in der Nacht als sie ankam, alles geputzt... Dabei wäre das gar nicht ihre, sondern die Sache der Vermieter gewesen, dass der Schimmel wegkommt und die Reste der Vormieter entsorgt werden.
Mittlerweile nutze ich auch die Küche mit (vorher habe ich mich, ganz ehrlich, nicht getraut...) und wir können richtig kochen! Ich habe bisher meist unterwegs oder oben bei den beiden anderen Berlinern Mara und Janina gegessen, mit denen ich gern mal abends einen Film oder, passend zum derzeitigen Wohnort, Sherlock ansehe.

Gestern habe ich auf dem Weg zum College und zurück aus der DLR-Bahn (vergleichbar mit der deutschen S-Bahn) ein paar Bilder von dem Londoner Zentrum und dem Weg nach Lewisham geknipst. Hier sind ein paar Schnappschüsse (die Bahn fährt so schnell!):


Diese Leute stehen an jeder Station und helfen den hilflosen Touristen oder den Blinden, - ist ne tolle Idee, find ich, auch wenn sie sich vermutlich in dieser Saison 'nen Wolf schwitzen.





Hier ist Mara ein bisschen im Bild. Ganz heimlich.











Das sind Wohnhäuser! Ich persönlich fände es ziemlich laut zum Wohnen... 

Alles in allem muss ich aber sagen, dass die Wohnhäuser in London vor allem wie die Häuser im Ligusterweg aus den Harry Potter-Filmen aussehen oder alte Fabrikgebäude sind, mit wunderbar großen Fenstern!
Morgen ist College-Bergfest! Heute morgen habe ich auch meine Freundin Zeynep (aus der Friedrich-List-Schule) getroffen. Sie arbeitet im College im Büro und bleibt (sogar!) bis Dezember. Das war ein großes Hallo, ganz wundervoll.

Bald werde ich mich auch ans Kartenschreiben klemmen, freut euch schon :-)

Gleich koche ich mit den Mädels oben, ich wünsche euch einen tollen Abend!