Samstag, 3. August 2013

Ich bin zurück!

Nach einer zweiwöchigen Pause melde ich mich zurück. Es geht mir gut, ich bin zum Glück bis jetzt gesund geblieben und arbeite nun seit 2 Wochen in der Kanzlei in Westminster. Die Kollegen sind nach wie vor freundlich und bemühen sich sehr, mich beschäftigt zu halten, was sich mittlerweile als nicht mehr so leicht herausstellt, da ich, ihrer Meinung nach, zu schnell mit dem fertig bin, was ich aufgetragen bekomme. Oft ziehe ich meine Aufgaben in die Länge, damit ich ihnen nicht auf die Nerven gehe. Das Problem ist, dass diese Kanzlei keine deutschsprachigen Anwälte hat - deshalb auch keine deutschen Klienten, was mich mit meinem Beruf da mehr oder weniger unnötig werden lässt. Und ich muss seit Mitte letzter Woche um jede noch so kleine Aufgabe ringen, sei es auch nur, etwas zu kopieren. Und wenn ich daran denke, dass das noch acht Wochen so gehen soll, dass ich Zeit totschlagen muss, dann wird mir ganz anders.
Aber ich bin zuversichtlich, dass die Kollegen mit von Tag zu Tag mehr zutrauen, wenn ich mich in dieses Rechtszeug erstmal eingegroovt habe (und vor allem auch mal zu mir kommen, wenn sie was brauchen. Ich laufe in der Arbeit so viel, dass sich meine Schuhe langsam aber sicher auflösen.)
Mit meinem kleinen Nebenjob bin ich auch gut dabei - das erste Drittel ist fast komplett und der deutsche Redakteur hat auch schon meine Vergütung mit dem Verlag besprochen. Ich hoffe, dass damit nichts schiefgeht.
Nach nunmehr ein-bisschen-mehr-als  einem Monat ist London bekannt geworden. Ich weiß, welche U-Bahn ich wohin nehmen muss und wo ich die ATM-Automaten zum Geld-abheben und andere nützliche Geschäfte finden kann.
Meinen täglichen Fußmarsch von dem Studentenwohnheim zur U-Bahn, von dort aus zur Poststelle und von der Poststelle zur Arbeit kann ich mittlerweile im Schlaf. Und den Rückweg auch. Aber da stehen die Leute, die Feierabend haben, vor den Pubs im Weg umher, da brauche ich fast doppelt so lange, um zurück zur U-Bahn zu kommen.
Circa am Anfang dieser Woche brach in London eine heftige Gewitterzeit an. Morgens kam ich meist mit nassen Schuhen und Hosenbeinen ins Büro und habe mir erst einmal Tee kochen müssen. Auf dem Rückweg sah man Leute mit ihren Regenschirmen kämpfen, die wegen des Sturms selbstständig machten. Auf den Fußwegen und Straßen waren riesige Pfützen und an den Straßenrändern musste man aufpassen, nicht von vorbeirauschenden Autos/LKWs/Bussen nassgespritzt zu werden.
Mir gefiel das alles sehr, denn die andauernde Hitze und Dürre hat mir manches mal schon richtig zugesetzt und den Kollegen tat das heiße Wetter auch nicht sonderlich gut, weil es einfach ungewöhnlich heiß war. Jemand meinte, so eine Hitze gab es in London seit circa einer Dekade nicht (aber wie ich von Mama heute am Telefon erfahren habe, wird Deutschland ja auch gut gekocht. Es tut mir so leid!)
Donnerstag und Freitag war es dann wieder richtig heiß und man hat die brütende Hitze im Nacken richtig gemerkt, furchtbar! (Dank sei der Klimaanlage im Büro!)
Heute war ich mit Danila, meiner Zimmergenossin, in der Oxford Street unterwegs, was angenehm war, weil es heute nicht zu heiß und nicht zu kalt war. Wir haben übrigens eine neue Nebennachbarin. Sie heißt Nicole und ist auch aus Italien, was dazu führt, dass sie und Danila munter italienisch quasseln und Danila, wenn sie möchte, hinterher erzählt, worüber sie geredet haben. Nicoles Englisch ist noch schlechter als das von Danila und sie spricht deshalb eigentlich erst gar nicht richtig Englisch, aber ich probiere immermal, ihr etwas zu entlocken.
Ein Glück ist heute erst Samstag, und nicht Sonntag. Ich kann meine Wochenenden nun auch noch besser genießen, weil ich weiß, dass ich weder etwas lernen, noch mich für irgendein Referat oder sonstiges vorbereiten muss. Die Übersetzungsarbeit mache ich unter der Woche nach der Arbeit oder in der Pause.

Ich hoffe, ihr genießt euer Wochenende genauso wie ich und wünsche euch nur das Beste!

PS: Ich habe heute dunkles Brot im Lidl gefunden! Juhu!!

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